Parallelinstallation für den Salzburger Kunstverein und das Centralhotel Salzburg
Die von Bernhard Cella für den Salzburger Kunst-verein und das Centralhotel Gablerbräu entwickelte parallele Rauminstallation setzt Fotografien, die 2005 in Paris entstanden sind, mit dem Bilddekor des Centralhotels in direkte Bezieh-ung. Es kommt zu einem fairen Tausch: Der Kunstverein Salzburg, eine halböffentliche Institution, beherbergt sämtliche Bilder aus dem Centralhotel, dekontextualisiert und archiviert, wie es sich gehört. Das Salzburger Centralhotel seinerseits beherbergt die Kunstwerke, Zeugnisse unfreiwilliger Vollöffentlichkeit in seinen halböffentlichen Räumen. In seiner Arbeit interessiert sich Cella für die formalen Setzungen der Straßenbewohner, ihrer Kunst zu verweilen, ihrem Formenkanon. So erinnern manche der Schlafplätze an zur Selbstdarstellung gebrachte Lebenswirklichkeiten und ihre Vorgangsweisen an Strategien der bildenden Kunst. Sprachspiele, Zeichnungen, Collagen aus Karton, Ansammlungen von Bildern um die Schlafstätte und nicht zuletzt ironische Selbstbeschreibungen und Argumentationsketten, wie ihr Leben anhand dieser Formen Sinn erzeugen und stabilisieren kann. Ihr Selbst prägt sich seinem jeweiligen Ort ein. Zwei Kunstsammlungen, zwei Standorte, zwei verschiedene Gründe, sie aufzusuchen. Eine Form der Kunst, die nicht wie die Oper oder das Kino dem dankbaren Betrachter Beihilfe leistet, sich selbst zu vergessen, sondern ihr oder ihm das erste Glied einer Reihe von Wahlentscheidungen an die Hand gibt. So prozessiert Bernhard Cella in seiner parallelen Installation, als stumme Frage, wie sich während der sieben Wochen die Orte, die Bilder und die Selbste in gegenseitige Beziehung und Stimmung versetzen lassen.
The Art of Dwelling
Bernhard Cella's parallel installations, developed for Salzburg's Kunstverein and Central Hotel, create a direct connection between photographs, taken in Paris in 2005, and the visual décor of the Central Hotel. A fair exchange takes place: The Kunstverein Salzburg, a semipublic institution, houses all of the pictures from the Central Hotel, out of context and in an archive, as is proper. Salzburg's Central Hotel, for its part, houses the artworks, evidence of an involuntary publicity, in its semipublic spaces. |
|

