Der Künstler und Theatermacher Tadeusz Kantor (1915-1990) plädiert für ein Theater, das kein unmittelbarer Abklatsch der Realität ist, sondern in der Überschreitung zwischen Kunst und Leben das Unmögliche, Phantastische und Unbekannte erprobt. Das Theater „sucht nach einer neuen tief in der Vergangenheit verwurzelten Abstammung, die aus uralten Bräuchen kommt, [...], aus magischen Praktiken, aus Festen, [...], aus politischem und agitatorischem Theater, es sucht nach ihr überall dort, wo die Kunst kein zum Konsum bestimmtes Produkt, sondern eine integrale Komponente des Lebens darstellt.“
Wie Kantor fassen auch die zeitgenössischen polnischen KünstlerInnen Pawel Althamer, Artur Zmijewski oder Katarzyna Kozyra den gesellschaftlichen Alltag als Raum des Austausches zwischen Künstler und Publikum auf, den der Künstler als Vermittler besetzt.
Mit Texten in Deutsch und Englisch von Sabine Folie, Jaroslaw Suchan und Hanna Wróblewska, Interviews mit den KünstlerInnen sowie einem Vorwort von Gerald Matt und Agnieszka Morawinska.
Eschien anlässlich der folgenden Ausstellungen: Kunsthalle Wien (08.07. - 03.11.2005), Zacheta - National Gallery of Art, Warschau (Mai - Juni 2006) und National Museum, Krakau (September - Oktober 2006).