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On Plein Air

Günther Selichar und Claudia Tittel
2007-2009 Klasse für Medienkunst
Anlässlich der gleichnamigen Ausstellung (01.06. - 25.06. 2009) mit Studierenden der Klasse für Medienkunst von Prof. Günther Selichar, Mass Media Research und Kunst im medialen öffentlichen Raum, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, erschienen.

Die Klasse für Medienkunst mit dem Schwerpunkt Mass Media Research und Kunst im öffentlich medialen Raum der Hochschule für Graphik und Buchkunst Leipzig unter der Leitung von Prof. Günther Selichar und Dr. Claudia Tittel stellt Arbeiten aus, die sich dem Thema Veröffentlichung/Selbstveröffentlichung widmen.

Künstler/innen: Anna Baranowski, Lena Brüggemann, Christoph David,  Michael Dölitzsch, Ilja Drewniok, Sebastian Fischer, Martin Höfer, Benjamin Kilchhofer, Marco Lyssdren, Victor Mazon Gardoqui, Tibor Müller,  Martin Plüddemann, Annett Raatz, Martin Rauch, Stefan Riebel, Luise Schröder, Nelson Steinmetz, Sophie Stephan und Hannes Waldschütz

Ausgehend von der Prämisse, dass der öffentliche Raum heutzutage  primär ein massenmedialer Raum ist, der sich zusehends privatisiert, wurden  Konzepte erarbeitet, die sich auf diesen Raum beziehen. In einer  Gesellschaft, in der mediales Selbstbewusstsein zur Normalität geworden ist, werden alle zu Publizisten und stellen sich selbst aus. Auf Grund der rasanten  Veränderung unseres öffentlichen Kommunizierens ist auch die Kunst gefordert, neue Strategien zu entwickeln, die an eben solchen Orten sichtbar werden.  Die breite Verfügbarkeit von Produktionsmitteln für die Verbreitung  medialer Inhalte ermöglicht es, vom Benutzer zum Akteur zu werden. Die Selbstveröffentlichung ist mittels sozialer Netzwerke wie myspace, facebook, youtube, twitter, etc. kein Alleinstellungsmerkmal für öffentliche Personen mehr, sondern mutiert zum absoluten Exhibitionismus der eigenen Privatsphäre quer durch alle Gesellschaftsschichten, unabhängig von sozialem Status, Alter und Kultur. Diese Art permanenter Veröffentlichung ist eine kunstspezifische Herausforderung, die in der geplanten Ausstellung im Mittelpunkt  stehen und thematisiert werden soll. Dabei dient die Ausstellungsfläche von  [doppel de] als konzeptionelle Basis für die künstlerischen Interventionen im medialen öffentlichen Raum der Stadt Dresden. Mit ihren Arbeiten stellen sich die 19 Künstler/innen der Klasse für Medienkunst einer kritischen Auseinandersetzung und Analyse massenmedialer Dispositive wie Fernsehen, Radio, Zeitung, Billboard und Internet  von ihrer apparativen wie inhaltlichen Seite. Sie schaffen mit ihren Arbeiten Anregungen für Diskurse über Öffentlichkeit, (Selbst-)  Veröffentlichung, Teilnahme und Medialisierung des öffentlichen Raumes (...), die weit  über die alleinige Diskussion im Feld der Kunst hinausreichen. Die  Ausstellung und die Arbeiten im Außenraum richten sich also nicht ausschließlich  an ein Kunstpublikum, sondern beziehen den Passanten, den aufmerksamen  Beobachter
im Stadtraum als Adressaten oder Akteur ein.

Inkl. CD.