Im videografischen, filmischen und fotografischen Medium untersucht die Künstlerin Begriffe wie „Kultur", „Heimat" und „Tradition" – Werte, die durch Krieg oder Migration dramatischen Veränderungen unter-worfen sind und deren Spuren in Geschichte, Sprache und Identität ablesbar werden. Dakićs eigene Erfahrung der Migration rückt diese Fragen in ein besonderes Licht. In ihren Arbeiten schärft die Künst-lerin die Sensibilität für Vorgänge, die mit Flucht und Exil, mit Ent-fremdung und kulturellem Gedächtnis zu tun haben.
Was ist Freiheit?, fragt sie beispielsweise. Ist Entwurzelung auch als Chance zu sehen und nicht bloß als Entfremdung? Was be-deutet der Verlust von Sprache, von sprachlichem Ausdrucks-vermögen in einer neuen Umgebung? Welche Rollen werden uns aufgedrängt?
Diese Publikation stellt die erste umfassende Dokumentation zu Danica Dakics Werke von 1997 bis 2009 dar. Neben drei Essays von Sabine Folie, Tom Holert und Horst Bredekamp, enthält das Buch ein ausführliches Interview mit der Künstlerin.
dt./engl., 105 Farb- und s/w- Abbildungen